Arbeit möglich machen

Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf

Menschen mit sehr schweren Behinderungen stehen unter dem besonderen Schutz der Lebenshilfe Seelze. Die Lebenshilfe Werkstatt bietet diesen Menschen Möglichkeiten zur Teilhabe am Arbeitsleben. Mit speziell auf ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten ausgerichteten Angeboten können auch sie einen kleinen Beitrag zur Arbeitsleistung einbringen.

Zurzeit betreut die Lebenshilfe Werkstatt etwa 70 Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf. Davon haben 24 einen sogenannten Fördergruppen-Status. Diese Personengruppe kann eigentlich nicht produktiv arbeiten und wäre „normalerweise“ in einer Tagesförderstätte oder bei einer tagesstrukturierenden Maßnahme. Bei der Lebenshilfe Seelze werden auch schwerst mehrfachbehinderte Menschen unter dem „verlängerten Dach der Werkstatt“ integriert.

Fertigung von verkaufsfähigen Eigenprodukten
„Es kommen mehr Menschen mit starker Behinderung zu uns“, sagt Peter Tegtmeier, Leiter Ausbilung und Förderung, „das stellt uns vor besondere Herausforderungen.“ Die Lebenshilfe Werkstatt sei auf gutem Weg, auch für diesen Personenkreis ein breitgefächertes Arbeitsangebot zu schaffen. Der Bereich Besonderer Betreuungsbedarf (AFbb) wird kontinuierlich an die Anforderungen angepasst. Mit Basteleien oder leichten Montagearbeiten sei es längst nicht mehr getan. „Vielmehr sind wir dabei, den Schritt weg von diesem Beschäftigungs-/Bastelcharakter hin zu produktiver Arbeit zu vollziehen. Etwa durch die Fertigung von verkaufsfähigen Eigenprodukten, sagt Olaf Gauglitz, Leiter Afbb.
„Wir stellen unter anderem Glückwunsch- und Postkarten in Collagetechnik her“, sagt Gruppenleiter Dieter Tenge. Vom Einrichten des Arbeitsplatzes, dem gezielten Sichten von (Prospekt-)Material, Herausreißen der entsprechenden Seiten, Ausschneiden bis hin zur fertigen Postkarte, dem Anbringen des Lebenshilfe-Aufklebers und anschließendem Aufräumen seien es viele kleine Arbeitsschritte. Jeder bringe sich mit seinen Fähigkeiten ein. Eine weitere Gruppe fertigt Schlüsselanhänger aus Fimo oder Fahrradschlauch. Andere gestalten Pflanzenstecker aus Salzteig oder Glasobjekte aus Altglas. Fimo-Magnete, Lesezeichen, Seifen, selbstgemachte Marmelade, Kerzenständer aus Beton: Die Liste der vom Arbeitsbereich für Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf angebotenen Eigenprodukte wächst kontinuierlich.

Arbeit in Kleingruppen oder Einzelbetreuung
„Natürlich geschieht das immer vor dem Hintergrund, was unsere Leute können“, sagt Gauglitz. Gearbeitet wird in kleinen Gruppen mit einer unterschiedlichen Personenzahl oder in einer individuellen Einzelbetreuung. Feste Vorgaben gibt es nicht, kann es nicht geben. Es ist viel Unterstützung nötig. Gauglitz: „Wir arbeiten mit unseren Mitarbeitern Hand in Hand. Dieser Schritt in die Produktivität und Wirtschaftlichkeit stärkt das Selbstwertgefühl unserer Mitarbeiter.”

Angebot wird ausgebaut
„Die Teilhabe am Arbeitsprozess wirkt sich positiv auf ihre Entwicklung aus. Wir versuchen, unser Arbeitsangebot weiter auszubauen.“ Ein Teil des Personenkreises werde bereits in der Geländepflege eingesetzt. Bei einigen anderen Mitarbeitern wird durch eine individuelle Betreuung die Eingliederung in den klassischen Arbeitsbereich der Werkstatt begleitet. Tegtmeier spricht von „Inklusion innerhalb der Werkstatt“ – im Miteinander voneinander lernen.

Kontakt

Olaf Gauglitz
Leiter Bereich Besonderer Betreuungsbedarf (AFbb)
Tel.: 0 51 37 / 99 51 19
olaf.gauglitz(at)lebenshilfe-seelze.de

Kontakt

Peter Tegtmeier
Leiter Ausbildung und Förderung
Tel.: 0 51 37 / 99 52 90
peter.tegtmeier(at)lebenshilfe-seelze.de

Adresse

Vor den Specken 3b
30926 Seelze

Zur Anfahrtbeschreibung