Großeinsatz bei der Lebenshilfe

Es ist 13.28 Uhr am Samstagmittag. Marek Wegner von der Freiwilligen Feuerwehr Seelze berichtet der Leitstelle über eine Rauchentwicklung und drei vermisste Personen bei der Lebenshilfe Seelze. Weniger Sekunden später werden die Feuerwehrleute alarmiert, fast zeitgleich heulen die Sirenen. Bei ihrem Eintreffen an der Schlosserei wissen die Einsatzkräfte aus Letter und Lohnde sowie der Atemschutztrupp Gümmer noch nicht, was sie erwartet. Wegner gibt Entwarnung, es ist nur eine Übung. Sie ist Teil eines Seminars vom Feuerwehrverband Region Hannover für die Pressesprecher der Städte und Gemeinden in der Region zum Thema „Pressearbeit bei Einsätzen mit großem Medieninteresse“.

Zugute kommt die Übung aber nicht nur den Pressesprechern aus 21 Kommunen und elf Ortfeuerwehren, sondern auch den Feuerwehrleuten. Sie sind enorm wichtig, um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein. Während ein Teil nach der Theorie am Vormittag im Rathaus der Stadt Seelze übt, die Medien bestmöglich über Einsätze zu informieren, probt der andere konzentriert den Ernstfall.

50 Helfer im Einsatz
Um möglichst reale Bedingungen zu schaffen, ist Wegner bereits seit dem Vormittag auf dem Gelände der Lebenshilfe und legt die Schlosserei in dichten Rauch. Kurz vor dem Eintreffen seiner Kameraden wird auch noch der Außenbereich im schwarzen Rauch versetzt. Nach und nach wird die Alarmstufe aufgrund neuer, unvorhergesehener Entwicklungen hochgesetzt, die Herausforderungen wachsen und immer mehr Feuerwehren kommen zum Gelände der Lebenshilfe. Am Ende sind 50 Helfer beteiligt, zwölf Feuerwehrwagen im Einsatz.

Bergung der Vermissten hat Priorität
An erster Stelle steht die Suche der vermissten Personen. Mit Atemschutzmasken und angeseilt an einen Betonpoller vor der Schlosserei gehen die Kameraden ins Gebäude und bergen die von Wegner versteckten Puppen. Zeitgleich wird die Drehleiter in Position gebracht und das Dach der Schlosserei gekühlt, damit sich das Feuer nicht noch weiter ausbreitet. Das geschieht vom Boden aus auch von der anderen Seite der Halle.

Pressekonferenz im Werk 4
Aufmerksam verfolgen die Pressesprecher die Geschehnisse, so auch die Präsentation von Strategien und Maßnahmen des stellvertretende Stadtbrandmeisters Michael Lorenz für die im Ernstfall zu evakuierenden 270 Mitarbeiter der Lebenshilfe. Die Arbeit ist nach dem Einsatz für die Pressesprecher aber noch nicht ganz erledigt. Bei einer fiktiven Pressekonferenz im Werk 4 wird mitgeteilt, dass sich keine Schadstoffmessungen in der Luft ergaben und 270 Personen erfolgreich evakuiert wurden. „Die Übung ist sehr gut gelaufen, wir sind sehr zufrieden“, sagte Marek Wegner abschließend.