»Wir sind froh, dass wir ihn haben«

Dennis Kellermann, 32, arbeitet im evangelischen Altenpflegeheim »Haus Johannes« in Wunstorf – auf einem sogenannten Außenarbeitsplatz. Seit eineinhalb Jahren verstärkt er das Team der Sozialen Betreuung. Beschäftigt ist Kellermann nach wie vor bei der Lebenshilfe Seelze.

Konzentrierte Stille im Aufenthaltsraum des Altenpflegeheims. An einem Tisch sitzen Dennis Kellermann und drei ältere Frauen gebannt vor einem Spielbrett und ziehen nacheinander die Figuren. Etwas lauter wird es nur, wenn einer der Beteiligten rausgeworfen wird. Sie spielen »Mensch ärgere dich nicht«. Seit eineinhalb Jahren ist Dennis Kellermann im »Haus Johannes« tätig, in der Regel von 12 bis 17 Uhr. Er fühlt sich hier nach eigenen Worten total wohl. »Ich komme gut klar. Meine Hauptaufgabe ist es, die Bewohner zu unterhalten. Wir spielen und singen zusammen, wir werkeln und freitags gehen wir kegeln. Die Bewohner freuen sich jeden Tag auf mich.«

Schwerpunkt Freizeitgestaltung
»Dennis übernimmt hier bei uns im Haus keine pflegerischen Tätigkeiten, dafür haben wir unser qualifiziertes Fachpersonal. Er ist ausschließlich in der Betreuung tätig. Wir bieten den Bewohnern vielfältige Möglichkeiten, ihre Freizeit aktiv und abwechslungsreich zu gestalten. Dabei unterstützt er uns«, erklärt Katja Koitka, Leiterin Begleitende Dienste im Haus Johannes. »Wir sind froh, dass wir ihn haben. Er ist sehr flexibel. Und wenn es mal einen Engpass gibt, ist er da.« Kellermann hilft, wo er kann, zum Beispiel in der Haustechnik, beim Kabel verlegen, oder er packt bei Umzügen mit an.

Kochen ist seine Leidenschaft
Mit einem Hobby kann Kellermann besonders punkten: Kochen. »Ich habe früher bei der Lebenshilfe Seelze in der Küche gearbeitet«, sagt Kellermann. »Da bin ich auf die Idee gekommen, mit einigen Bewohnern zu kochen. Wir haben zusammen eingekauft, gekocht und anschließend gemeinsam gegessen. Das war sehr schön.«

"Er hat eine gute Entwicklung durchgemacht"
Jede zweite Woche arbeitet der 32-Jährige zusätzlich am Wochenende, dann vorwiegend im Wohnbereich. Dabei übernimmt er auch Küchentätigkeiten; er räumt die Spülmaschine ein und aus oder deckt den Tisch. Koitka lobt: »Er arbeitet inzwischen sehr selbstständig, sieht, was zu tun ist. Überhaupt ist Dennis im Laufe der Zeit deutlich sicherer geworden und traut sich mehr zu. Er hat eine gute Entwicklung durchgemacht.« Kellermann ergänzt: »Einige Male habe ich sogar schon eine Schicht allein übernommen.
Darauf bin ich echt stolz.«

Alles läuft problemlos
»Mittlerweile haben wir einen guten gemeinsamen Weg gefunden – so dass alle Seiten profitieren«, sagt Mark Ormerod, der bei der Lebenshilfe unter anderem für die Koordination und Begleitung von Außenarbeitsplätzen zuständig ist. Aber das Ganze sei ein Lernprozess gewesen. »Dennis ist von den Mitarbeitern im Haus Johannes bestens aufgenommen worden. Wir haben zusammen geschaut, was er kann, und wo er Unterstützung braucht. Nach der Eingewöhnungszeit läuft es jetzt problemlos. Meine Hilfestellung benötigt er kaum noch.«

Im Praktikum überzeugt

Nach der Schule durchlief Dennis Kellermann den Berufsbildungsbereich (BBB) der Lebenshilfe Seelze und arbeitete in der Großküche. Anschließend wechselte der Wunstorfer zur Außenarbeitsgruppe der Lebenshilfe bei Lidl. 2015 wollte sich Kellermann beruflich verändern und bewarb sich für ein Praktikum im Altenpflegeheim »Haus Johannes«.
Das vierwöchige Praktikum verlief positiv. Allerdings konnte ihm das »Haus Johannes« damals keinen Arbeitsplatz anbieten. Im März 2016 absolvierte er ein weiteres Praktikum im »Haus am Bürgerpark«. Daraus entstand schließlich der heutige Außenarbeitsplatz.
Von Januar bis April 2017 nahm Kellermann erfolgreich an einer Qualifizierung zur Betreuungsfachkraft (Alltagsbegleiter) teil. Seither arbeitet er im »Haus Johannes«. »Das Altenzentrum hat extra für Dennis diesen Platz eingerichtet. Für den Träger und die Beschäftigten des Hauses war das Neuland. Umso schöner, dass jetzt alle davon profitieren«, sagt Mark Ormerod.

Was sind Außenarbeitsplätze?

Außenarbeitsplätze sollen Menschen mit Behinderung den Übergang in den allgemeinen Arbeitsmarkt erleichtern. Zur Erfüllung dieses gesetzlichen Auftrags arbeitet die Lebenshilfe Seelze mit Unternehmen aus der Region eng zusammen. Man unterscheidet zwischen Außenarbeitsgruppen und Außeneinzelarbeitsplätzen. Zurzeit haben rund 60 der etwa 580 Werkstatt-Mitarbeiter einen dauerhaften Arbeitsplatz in Partnerunternehmen, u.a. bei Conti-Tech, Lidl, Hornbach oder Syncreon.

 

Ihr Ansprechpartner zum Thema Außenarbeitsplätze
Mark Ormerod
Tel. 05137 - 995 141
Mail mark.ormerod(at)lebenshilfe-seelze.de