Workshop Leichte Sprache im Rathaus Seelze: Barrieren abbauen – im Kopf und auf Papier

Informationen verständlich zu machen ist kein Luxus, sondern ein gesetzlich verankertes Recht, das gesellschaftliche Teilhabe erst möglich macht. Daher luden Mitarbeiter*innen vom Rathaus Seelze kürzlich Sandra Timmermann-Schrader vom Büro Leichte Sprache zu einem Workshop ein.

Zu den Teilnehmer*innen gehörten unter anderem Seelzes Bürgermeister Alexander Masthoff, engagierte Mitarbeiter*innen aus dem Rathaus, Kolleginnen der Region Hannover und Mitglieder des Senioren-Beirats der Stadt Seelze. Diese breite Zusammensetzung verdeutlicht, wie wichtig das Thema sowohl für lokale Entscheidungsträger*innen als auch Interessenvertreter*innen ist.

Gesetzliche Grundlagen im Fokus

Im ersten Teil des Workshops wurde die rechtliche Relevanz der Leichten Sprache beleuchtet, die in der deutschen Gesetzgebung verankert ist:

  • Das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG): Es schreibt vor, dass alle Menschen Informationen von Behörden gut verstehen müssen. Für eine Kommunalverwaltung bedeutet dies konkret: Mitarbeiter*innen in Ämtern (wie dem Bürgeramt oder Sozialamt) müssen Briefe, Bescheide und Anträge in Leichter Sprache bereitstellen können. Auch im Justiz- und Polizeiwesen (z.B. bei Zeugenerklärungen) ist verständliche Sprache Pflicht.
  • Die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV): Diese Verordnung verpflichtet staatliche Stellen, Ministerien und Städte dazu, Internetseiten und Apps barrierefrei zu gestalten. Dazu gehört zwingend ein leicht auffindbarer Bereich für Leichte Sprache direkt auf der Startseite.
  • Das Patientenrechtegesetz: Auch im Gesundheits- und Pflegebereich gilt: Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte müssen Patient*innen alle Abläufe, Medikamentenpläne und Risiken (z.B. vor Operationen) vollkommen verständlich erklären.

Von der Theorie in die Praxis

Nachdem die Regeln zum Schreiben und Sprechen in Leichter Sprache erarbeitet wurden, ging es für die Teilnehmer*innen direkt an die Praxis. In einer interaktiven Übung stand die Übertragung einer komplexen, schwer verständlichen Internetseite in Leichte Sprache auf dem Programm. Dabei wurde schnell klar, wie viel Umdenken nötig ist, um verschachtelte Behördensätze in kurze, klare und logische Botschaften zu übersetzen.

Die Teilnehmer*innen zogen ein positives Fazit: Der Workshop habe wertvolle Impulse geliefert, um Barrieren in der täglichen Kommunikation weiter abzubauen und die Stadt Seelze zu einem noch offeneren Ort für alle Bürger*innen zu machen.

Kontakt

Sandra Timmermann-SchraderLeitung Büro für Leichte Sprache - Leichte Texte sandra.timmermann-schrader@lebenshilfe-seelze.de 05137 995 215 0172 3193822
Adresse
Lebenshilfe Seelze e.V.
Büro Leichte Sprache - Leichte Texte
Herbert-Burger-Platz 1
30926 Seelze

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