Teilhabe ist Menschenrecht: Lebenshilfe startet Kampagne gegen Kürzungen bei der Eingliederungshilfe

Die Kommunen klagen über leere Kassen und fast täglich kommen neue, unzumutbare Sparvorschläge. Menschen mit Behinderung und ihren Familien befürchten, dass Leistungen der Eingliederungshilfe gekürzt werden könnten. Unter dem Titel „Teilhabe ist Menschenrecht“ hat die Lebenshilfe eine bundesweite Kampagne gestartet, mit der sie auf die Bedeutung der Eingliederungshilfe für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Unterstützungsbedarf aufmerksam macht.

Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Bundesministerin a.D., erklärt: „Bereits im Grundgesetz steht: Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. Daher sagen wir: Finger weg von der Eingliederungshilfe! Sie ist die Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe und darf nicht angetastet werden. Wer denkt, Menschen mit Unterstützungsbedarf machen sich ein schönes Leben auf Kosten des Staates, irrt gewaltig. Eingliederungshilfe ist kein Luxus! Die Kostensteigerungen sind vielmehr auf die hohen Inflationsraten vergangener Jahre sowie die Tariflohnentwicklung zurückzuführen. Außerdem nehmen die Fallzahlen in der Eingliederungshilfe zu. Das ist eine Folge des medizinischen Fortschritts, der die Lebenserwartung auch von Menschen mit Behinderung erhöht.“

Einsparpotenzial sieht die Lebenshilfe allenfalls im Abbau von Bürokratie. Beispielsweise indem die Überprüfungsintervalle für den Bedarf an Eingliederungshilfe verlängert werden und die Leistungsdokumentation vereinfacht wird.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat im Februar erstmals auch die Verbände an dem seit September 2025 laufenden Dialogprozess zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe zwischen Bund, Ländern und Kommunen beteiligt. Die Bundesvereinigung Lebenshilfe wird sich auch dort aktiv gegen Leistungskürzungen, die die Teilhabe von Menschen mit Behinderung beeinträchtigen würden, einsetzen.

Quelle: Pressemeldung der Lebenshilfe Bundesvereinigung (Auszüge)

Weitere Beiträge

Neue Berufsperspektiven bieten: Lebenshilfe Seelze beteiligte sich am Aktionstag DUOday
Neue Berufsperspektiven bieten: Lebenshilfe Seelze beteiligte sich am Aktionstag DUOday

Zwischen Büro und Systemgastronomie: Der DUODay 2026 bot Menschen mit Beeinträchtigungen eine Chance, Unternehmen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen.

Paritätische Bustour führte nach Seelze: „Wir müssen reden … über Teilhabe“
Paritätische Bustour führte nach Seelze: „Wir müssen reden … über Teilhabe“

Kommunalpolitik und Sozialunternehmen miteinander ins Gespräch bringen – das ist die Idee der „Bustour“ des Paritätischen. Mit mehr als 20 Politiker*innen aus Hannover und der Region hielt der Bus des Wohlfahrtsverbandes Anfang Juni auch bei der Lebenshilfe Seelze. Berufliche Teilhabe, inklusives Wohnen und Autismusförderung standen im Mittelpunkt des Austauschs.

Baukultur in Niedersachsen: Inklusive Wohnanlage Luthe beim Tag der Architektur
Baukultur in Niedersachsen: Inklusive Wohnanlage Luthe beim Tag der Architektur

Der Tag der Architektur zeigt aktuelle Projekte der Baukultur und lädt am 28. Juni Interessierte ein, mit den Planenden ins Gespräch zu kommen. Mehr als 100 Objekte an 52 Orten in Niedersachsen und Bremen hat eine Fachjury der Architektenkammern Niedersachsen und Bremen ausgewählt - darunter die inklusive Wohnanlage der Lebenshilfe Seelze in Wunstorf-Luthe.

Teilhabe ist Menschenrecht: Mehr als 180.000 Menschen unterzeichnen Petition
Teilhabe ist Menschenrecht: Mehr als 180.000 Menschen unterzeichnen Petition

Nein zu Kürzungen bei der Eingliederungshilfe - mehr als 180.000 Menschen haben die Petition der Bundesvereinigung Lebenshilfe unterzeichnet.„Die Sparpläne sind ein Angriff auf die Grundwerte unseres Sozialstaats", betont die Bundesvorsitzende Ulla Schmidt. Rund eine Million Menschen beziehen Eingliederungshilfe, zum Beispiel als Schulassistenz, Hilfe beim Wohnen, Unterstützung im Alltag oder bei der Arbeit.

Workshop Leichte Sprache im Rathaus Seelze: Barrieren abbauen – im Kopf und auf Papier
Workshop Leichte Sprache im Rathaus Seelze: Barrieren abbauen – im Kopf und auf Papier

Informationen verständlich zu machen ist kein Luxus, sondern ein gesetzlich verankertes Recht, das gesellschaftliche Teilhabe erst möglich macht. Daher luden Mitarbeiter*innen vom Rathaus Seelze kürzlich Sandra Timmermann-Schrader vom Büro Leichte Sprache zu einem Workshop ein.

Petition: Kürzungen der Eingliederungshilfe sind ein Angriff auf Menschenrechte und sozialen Zusammenhalt
Petition: Kürzungen der Eingliederungshilfe sind ein Angriff auf Menschenrechte und sozialen Zusammenhalt

Die Bundesvereinigung Lebenshilfe wehrt sich gegen Pläne von Bund, Ländern und Kommunen, weitreichende Kürzungen bei der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung vorzunehmen. Einer Bundestags-Petition gegen die bekannt gewordene Streichliste aus dem Kanzleramt haben sich bereits mehr als 100.000 Menschen angeschlossen. Bis zum 25. Mai kann man die Petition noch unterzeichnen.

NaturErlebnisBad Luthe: Neuer Pool-Lift für körperlich beeinträchtigte Badegäste
NaturErlebnisBad Luthe: Neuer Pool-Lift für körperlich beeinträchtigte Badegäste

Für Menschen mit Behinderung oder ältere Badegäste ist der Einstieg ins Schwimmbecken oft eine Herausforderung. Deshalb hat das NaturErlebnisBad Luthe nun beim Thema Barrierefreiheit nachgerüstet und in Kooperation mit der Lebenshilfe Seelze einen mobilen Pool-Lift in Betrieb genommen.

Teilhabe ist Menschenrecht: Petition soll Kürzungen bei der Eingliederungshilfe verhindern
Teilhabe ist Menschenrecht: Petition soll Kürzungen bei der Eingliederungshilfe verhindern

Die Bundesvereinigung Lebenshilfe befürchtet, dass der weiter steigende Kostendruck zu Einschnitten für Menschen mit Behinderung führen wird. Um Kürzungen bei der Eingliederungshilfe zu verhindern, hat der Verband im Rahmen der Kampagne „Teilhabe ist Menschenrecht“ eine Petition gestartet. Bis zum 25. Mai sollen mindestens 30.000 Menschen unterzeichnen.