Mein FSJ: Ana und Nika aus Georgien

Seit einigen Jahren machen immer mehr junge Menschen aus Georgien ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Lebenshilfe in Seelze. Die meisten von ihnen kommen als Au-Pairs nach Deutschland und entscheiden sich im Anschluss für ein FSJ – so wie Ana Panchulidze und Nika Karsanashvili.

Häufig lernen sich die jungen Leute bei Au-Pair-Treffen kennen und erzählen dabei von Freunden, die schon im FSJ bei der Lebenshilfe sind oder waren – auf diese Weise spricht sich der gemeinnützige Verein als interessante und attraktive Einsatzstelle für Freiwillige herum.

„Die Lebenshilfe Seelze ist aber selbstverständlich auch bei den bekannten Anbietern wie der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (IJGD) oder dem Bundesfreiwilligendienst (BFD) in den entsprechenden Verteilern als mögliche Einsatzstelle aufgeführt“, sagt Jens Gronemeier, Leiter des Sozialdienstes und FSJ-Ansprechpartner. „Nicht nur junge Erwachsene aus Georgien sind bei uns im Einsatz. Wir hatten schon Freiwillige aus Russland, Indonesien von der Elfenbeinküste, aus Kirgisien und einigen anderen Ländern.“

Wichtig zu wissen: Freiwillige aus dem Ausland benötigen einen Nachweis über die Sprachkompetenz auf dem Niveau B1. Außerdem müssen sie sich selbstständig um ein Zimmer im Studentenwohnheim oder in einer WG kümmern – die Lebenshilfe Seelze stellt keine Unterkunft.

„Eine wirklich schöne Erfahrung“

Ana Panchulidze, 20, absolviert seit März 2020 ihr FSJ in Seelze

„Nach dem Schulabschluss war ich für zwölf Monate an der Universität in Georgien, dann habe ich mich entschlossen, als Au Pair nach Deutschland zu gehen. Ich war ein Jahr lang bei einer Familie in Hannover. Mein Wunsch ist es, eine Ausbildung in Deutschland zu machen. Aber erst wollte ich meine Sprachkenntnisse weiter verbessern und erste Erfahrungen in der Praxis sammeln. Unter den Georgiern, die schon in Deutschland waren oder noch sind, hat es sich herumgesprochen, dass ein FSJ bei der Lebenshilfe in Seelze gut ist. Eine Freundin hat mir den Kontakt zu Herrn Gronemeier vermittelt. Ich habe ihn angerufen. Dann hatten wir ein Bewerbungsgespräch. Und  jetzt bin ich seit März hier.

 

Mein Einsatzbereich ist die Conti-Gruppe (eine Außenarbeitsgruppe, Anmerkung der Redaktion). Als ich mein FSJ bei der Lebenshilfe begonnen habe, konnte ich noch nicht so gut Deutsch und musste vieles erst lernen. Ich hatte vorher auch noch nie engeren Kontakt zu Menschen mit Behinderung. Aber es war sofort angenehm und ganz normal. Die Menschen hier sind alle sehr nett, freundlich und hilfsbereit. Wenn ich anfangs etwas nicht so gut verstanden habe, hat man es mir mit Händen und Füßen erklärt. Es ist wirklich eine sehr schöne Erfahrung, die ich hier machen darf. Deshalb würde ich mein FSJ gern verlängern, um die Zeit hier mit den tollen Menschen maximal zu nutzen.“

„Die Menschen sind sehr herzlich und hilfsbereit“

Nika Karsanashvili, 21, ist seit August 2020 als FSJler bei der Lebenshilfe Seelze

 

„Ich habe erst an der Universität in Georgien mit einem Studium angefangen, Psychologie, bevor ich dann für ein Jahr als Au Pair bei einer Familie in einem Dorf bei Hildesheim war. Ana kenne ich schon aus Georgien. Wir wohnen jetzt zusammen in einer WG in Hannover-Stöcken. Von der Möglichkeit eines FSJ bei der Lebenshilfe in Seelze habe ich auch über Kontakte erfahren. Ich habe mich direkt an Herrn Gronemeier gewandt. Bei einem Besuch hier wurde ich überall herumgeführt, mir wurden dabei die unterschiedlichen Arbeitsbereiche gezeigt

Ich habe mich für den Holzbereich entschieden, das ist eine Tätigkeit, die mich schon immer fasziniert hat. Und so habe ich in meinem FSJ sogar die Chance, in der Tischlerei zu lernen. Für mich ist die Arbeit mit Menschen mit Behinderung vollkommen neu. Ich hatte vorher gedacht, es wird bestimmt sehr schwer. So ist es aber gar nicht. Die Menschen helfen mir alle und sind sehr herzlich und fröhlich. Das ist eine sehr schöne und bereichernde menschliche Erfahrung.

In Georgien gibt es, soweit ich weiß, keine vergleichbare Einrichtung wie die Lebenshilfe, nur Heime in denen Menschen mit Behinderung gepflegt und betreut werden. Hier haben die Menschen einen Arbeitsplatz, gehen einer Beschäftigung nach und stehen im Leben. Nach dem FSJ würde ich gern eine Ausbildung in Deutschland machen, das ist für uns aber nicht in jedem Bereich möglich. Die Bundesagentur für Arbeit muss ihre Zustimmung geben, dann wird auch unsere Aufenthaltsgenehmigung verlängert.“