HEP-Schülerin: Svea Petersen

„Heilerziehungspflege ist das Richtige für mich“

Svea Petersen ist HEP-Schülerin im dritten Ausbildungsjahr, im Mai steht ihre Abschlussprüfung an. Den Praxisteil absolviert die 20-Jährige im Bereich ‚Arbeit und Leben‘ der Lebenshilfe Seelze.

„Dass ich beruflich etwas mit Menschen machen möchte, war mir eigentlich immer klar. Bei meinem Schülerpraktikum in der zehnten Klasse bekam ich gute Einblicke in die Arbeit der Lebenshilfe Seelze. Danach war ich mir sicher: Heilerziehungspflege ist das Richtige für mich.

Während des Schulpraktikums war ich in einer Montagegruppe tätig. Die meisten Menschen mit Behinderung, die dort arbeiten, sind ziemlich fit und selbstständig. Jetzt in meiner Ausbildung bin ich im Bereich ‚Arbeit und Leben‘. Hier habe ich es auch mit Menschen zu tun, die einen sehr hohen Unterstützungs- und Betreuungsbedarf haben. In drei Modulen bieten wir diesen Personen die Möglichkeit einer beruflichen Beschäftigung; wir schaffen individuelle Angebote für Menschen, die wegen der Schwere ihrer Behinderung nicht arbeiten könnten.

 

Heilerziehungspfleger/-in

Heilerziehungspflegekräfte (HEP) leisten pädagogische, lebenspraktische und pflegerische Unterstützung und Betreuung von Menschen mit Behinderung. In Kooperation mit Fachschulen wie der Akademie für Reha-Berufe in Hannover oder der Schule für Heil- und Sozialpädagogische Berufe der Paritätischen Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland (PLSW)  bildet die Lebenshilfe Seelze zum Heilerziehungspflegerinnen und -pfleger aus.

Mein Tätigkeitsfeld ist das sogenannte gelbe Modul, die „Kräuterwelten“. Kräuter, Gewürze, Obst und Gemüse aus dem Biolandbetrieb Lebensgrün der Lebenshilfe in Holtensen und unserem Essgarten in Seelze verarbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier zu hochwertigen Produkten, die zum Beispiel im LebensArt Hofladen, im Seelzer Werkstattladen oder beim Adventsbasar oder beim Gartenfest verkauft werden.

Berührungsängste hatte ich nie. Gerade die Aufgabe, Menschen mit schweren Behinderungen zu  begleiten, die in vielerleiHinsicht Unterstützung und Förderung brauchen, empfinde ich als sehr sinnvoll und erfüllend. Man weiß, was man tut und wofür man es tut. Ich arbeite eng mit den Menschen zusammen, helfe ihnen bei der Arbeit oder beim Essen, spiele mit ihnen und gehe mit ihnen auf die Toilette – das gehört alles dazu. Mittlerweile leite ich einzelne Projekte selbstständig. Neben der Arbeit in den Modulen ergänzen Angebote wie Kochgruppen oder kreatives Gestalten die Tagesstruktur.

Die Arbeit ist abwechslungsreich und bereichernd. Die Menschen mit Behinderung geben einem auf ihre Art viel zurück – das ist echt schön.“

Nach meiner Ausbildung würde ich gern bei der Lebenshilfe Seelze bleiben, im Bereich Arbeit und Leben, der mir so am Herzen liegt. Ich kann nur jedem empfehlen, ein Praktikum oder ein Freiwilligenjahr bei der Lebenshilfe zu machen; so kann man herausfinden, ob man mit Menschen mit Behinderung arbeiten möchte und kann. Es gibt ja hier, neben der Werkstatt mit den verschiedenen Arbeitsbereichen, auch die Kindertagesstätte und die Wohnstätten. Auf alle Fälle ist die Arbeit abwechslungsreich und bereichernd. Die Menschen mit Behinderung geben einem auf ihre Art viel zurück, das ist echt schön.“

 

Svea Petersen

„Nach meinem Realschulabschluss an der IGS Garbsen habe ich ein Berufsvorbereitungsjahr an der Berufsbildenden Schule (BBS) Neustadt im Bereich Hauswirtschaft und Pflege, Schwerpunkt Persönliche Assistenz, absolviert und damit den erweiterten Sekundarabschluss I erworben. Dazu gehört auch ein vierwöchiges Pflichtpraktikum, das ich wieder bei der Lebenshilfe gemacht habe. Mit Abschluss an der Berufsfachschule hatte ich auch die fachlichen Voraussetzungen für die dreijährige Vollzeit-Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin. Theorie und Praxis wechseln sich ab: Zwei Tage Unterricht bei der PLSW, drei Tage praktische Ausbildung bei der Lebenshilfe Seelze.“